Nebst der wirtschaftlichen Unsicherheit ist es die technologische Entwicklungsdynamik und der daran anschliessende Strukturwandel, die sowohl die Telekom- wie auch die Radio- und Fernsehbranche in Atem halten. Dem BAKOM kommt dabei die Rolle zu, verlässliche Voraussetzungen zur Meisterung der technologischen Herausforderungen zu schaffen. Dies kann im Zuge von formalisierten Verfahren – z.B. Rechtssetzung, Planung oder Konzessionierung – aber auch im Rahmen von informellen Gesprächen und Arbeitsgruppen geschehen. So hat das BAKOM beispielsweise Arbeitsgruppen eingesetzt, um gemeinsam mit der Industrie einen Standardisierungsprozess für die Einführung von FTTH (Fiber to the Home) zu lancieren. Die entsprechenden Standards sollen den Einführungsprozess erleichtern und späteren Wettbewerb fördern. Mit neuen Technologien und den Veränderungen im Markt befasst sich auch ein Bericht, in dem der Bundesrat dem Parlament über Entwicklungen und Handlungsoptionen im Fernmeldebereich berichten wird und der gegenwärtig im BAKOM erarbeitet wird.
Selbst vor so etablierten und vor langem eingeführten Regelungen wie der Radio- und Fernsehempfangsgebühr macht der technologische Wandel nicht Halt. Was ein Empfangsgerät ist, das die Gebührenpflicht auslöst, ist kaum mehr bestimmbar. Digitale Signale lassen sich praktisch über alle Computer hör- oder sichtbar machen und seit der Einführung des Iphones wandeln sich die Handys zunehmend von Mobiltelefonen zu digitalen Plattformen.
Viele Fragen sind gestellt und wir erarbeiten mögliche Antworten, damit sie in der politischen Diskussion auf ihre Zweckmässigkeit und Realisierbarkeit hin geprüft werden können. Dass das Interesse der Politik an Fragen der Medien und der Telekommunikation nach wie vor gross ist, zeigt etwa die Zahl von 82 parlamentarischen Vorstössen, die im vergangenen Jahr zu diesen Themen eingereicht worden sind und deren Beantwortung das BAKOM zuhanden des Bundesrats vorbereitet hat.
Martin Dumermuth, Direktor